Unsere innere Einstellung und Hintergründe treten durch Fragen an sich selbst am besten hervor. Machen wir heute mal eine kleine Innenschau, um vorhandene Denkprozesse und Muster zu erkennen und vielleicht auch ein wenig dran zu arbeiten. Ändere deine innere Einstellung im Alltag: Mind Change ist das Zauberwort.
Ändere deine innere Einstellung
Fragen, die ein ungutes Gefühl auslösen
- Warum mache ich das immer so?
- Wieso passiert mir das immer?
- Weshalb gebe ich so schnell auf?
- Warum bin ich so wenig ausdauernd?
Sie beinhaltet verdeckt bereits eine bestimmte Antwort. Eine Frage, die bereits eine bestimmte Antwort impliziert, bringt dein Gehirn dazu, auch die entsprechende Antwort zu liefern. Das geht am schnellsten, denn sie dockt gleich an der bereits vorhandenen Ressource an.
Und schon bist du in einer Schleife, die sich um eine bereits vorprojezierten Antwort dreht. Oft wird auch eine Spirale nach unten daraus.
Fragen, die ein gutes Gefühl auslösen
- Was muß ich ändern, damit mir das das nächste mal nicht wieder geschieht? Was kann ich daraus lernen?
- Was muss ich tun, damit ich länger durchhalte?
- Was ist jetzt nötig und was muss ich dauerhaft ändern, damit ich langfristig konstanter, ausdauernder und kraftvoller werde?
Das geht noch besser:
Wie kann ich ausdauernder werden und den Weg dorthin mit Freude geniessen?
Wir lieben Freude, Spass und Belohnung. Da stecken im Gehirn die Hormone Serotonin, Dopamin und Cortisol dahinter.
Noch eine Frage dazu: Was ist das Tolle daran, dass ich das herausgefunden habe und machen will?
Kann daraus eine Spirale nach oben werden? Wenn man sich nach unten ins Down programmieren und fragen kann, dann doch auch nach oben, oder?
Innere Einstellung durch andere Fragen ändern
Die Antwort ist: Ändere deinen Fokus. Das geht durch die andere Art Fragen zu stellen.
Frag nicht nach Problemen oder Schuld oder Gründe für etwas. Frag statt dessen nach Wegen heraus, nach Lern-Möglichkeiten, nach Schritten nach vorne.
Verharre nicht in der Vergangenheit
Du solltest dabei nicht in der Vergangenheit verharren und sie nach Gründen sezieren. Stell beispielsweise fest, was geschehen ist und bestimm schnell: „Wo soll es hingehen? Was muss ich dafür tun, auch damit es mir dorthin gut geht“
Und los gehts.
Mit Fragen lenkst du dich selbst, also dein eigenes Gehirn, den Mind, die Grundausrichtung. Denn die Lösungen schlummern in dir. Du trägst alles mit dir, vieles davon im Bewusstsein sofort abrufbar für viele Bereiche. Anderes verbirgt sich als Schatz im Unterbewusstsein. Du musst es hervorholen. Das macht das Unterbewusstsein aber von selbst, wenn aus den Fragen, der Weg und der Drang hervorgerufen wurde.
Frage nach Ressourcen
Frag dich: „Kann ich wirklich ausdauernder werden?“ Dann schwingt der Ton des Zweifels bereits mit. Deine inneren Saboteure warten schon. Sie werden kommen und sich in den Weg stellen. Fragen des Zweifels schöpfen aus den Ressourcen des Zweifels. Fragen, warum etwas so ist, suchen nach Antworten, warum es so ist. Sie suchen aber nicht nach Wegen, wie es besser werden könnte. Das leuchtet ein, oder?
Es kommt also auf die Frage an. Bilde Gewohnheitsfragen, die nach dem Ziel streben und eine für dich positive Emotion auszulösen.
Tägliche Übung: Frage stellen
Tausche die Fragen in deinem Gehirn aus
Machen wir eine kleine Übung, eine Frage-Stell-Übung. Die Aufgabe besteht darin, sich täglich mindestens einmal eine Art der Frage zu stellen, die nach vorne gerichtet ist und eine positive Schwingung mitbringt, um dich zu motivieren.
Jeden Tag eine Frage. Damit es nicht im Alltag untergeht, stell dir im Handy einen täglich wiederholenden Termin zu einer für dich guten Uhrzeit ein. Morgens, wo du noch frisch bist? Abends, wenn die Ruhe einkehrt? Wähl selbst. Jeden Tag stell dir eine positive Gewohnheitsfrage. Das dauert anfangs vielleicht sogar ein wenig, weil dein Geist sich erst an diese neue Art gewöhnen muß. Aber mit jedem Tag kommt diese Frage schneller und klarer.
Das ist jetzt nichts Zusätzliches, denn du denkst ja eh die ganze Zeit. Jetzt denkst du zu diesem Zeitpunkt halt einmal anders. Das ist nichts Großes. Also los! Denk jeden Tag einmal eine Frage. Nach einiger Zeit kommt plötzlich eine mitten am Tag völlig ausser der Reihe. Langsam fängst du an, diese neue Art des Fragens zu etablieren.
Wenn etwas schief gelaufen ist in der Arbeit, warum weiter nach Schuld fragen? Wer ist dafür verantwortlich? Wer hat das genehmigt? Wie konnte es dazu kommen? Warum hast du das so gemacht?
Die Alternative:
- Was kann ich daraus lernen?
- Wie können wir es besser machen?
- Was müssen wir tun, damit wir künftig XY (Platzhalter einsetzen) auf Anhieb erreichen?
Beispielfrage
Was muss ich genau machen, um ausdauernder zu werden? Ich will nicht ständig so schnell aufgeben. Also worauf kommts an? Was sind die ersten Punkte? Ich möchte dran bleiben. Ich freue mich auf das erste Hindernis, an dem ich das ausprobieren kann.
Die Grundformulierung ist: Was muss ich tun, um…
Die gegensätzliche Grundformulierung mit der Spirale nach unten ist: Warum mache ich … Wieso muss ich… Die lassen wir jetzt weg.
Einwand, aber…
Kommt von deinem Geist oder von einem Gesprächspartner der Einwand auf z.B.: Was macht mich momentan am Glücklichsten und Zufriedensten? “ Gar nichts. Ich bin nicht glücklich und zufrieden.“ Dann änder die Frage so: „Stell dir nur mal vor, du wärst es. Was würde dich am Glücklichsten und Zufriedensten machen?“
Hintergrund: Dein Gehirn wird nun um eine Denkschleife mehr gebeten, sich den Zustand, den es vorher verneint hat, vorzustellen und dann die Antwort zu geben. Das kann unser Gehirn.
Das ist eine völlig neue Art des Fragens zur Änderung der inneren Einstellung.
Hintergrund: Warum ist das so?
Eingeschränkte Wahrnehmung
Schauen wir uns die Hintergründe an, warum das so ist. Woraus bauen wir uns unsere Welt überhaupt zusammen? Die Fragen dabei sind: „Was nehmen wir auf und was versäumen wir alles? Welche Sinneseindrücke kommen durch und werden in Wertungen und als Wahrnehmung gespeichert?“ Viele davon filtern wir automatisch weg. Wir machen uns die Welt alá Pipi Langstrumpf wie sie uns gefällt. Das ist schliesslich unsere Realität.
Aber ist das die Realität? Nein, es ist deine Realität. Wir leben in tausenden Parallel-Welten.
Was wir im Alltag aufnehmen
Wir erleben also eine Art „Welt“ um uns herum, nehmen Dinge auf, andere nicht und basteln uns daraus unsere Realität. Ok. Aber worauf fokussieren wir uns da überhaupt und warum genau darauf? Der Knackpunkt ist die Art, wie und was wir evaluieren, also aufnehmen, bewerten, einsortieren, überprüfen, gewichten und schliesslich speichern. Und das ist die Art, wie wir fühlen. Diese Evaluierungen können wir am Einfachsten in Fragen an dich selbst ausdrücken.
Großrechner vs. Gehirn
Stell dir einen alten Großrechner vor, Mainframes hießen sie. Zur Bedienung dieser Großrechner gab es Spezialisten, die Operatoren. Die einzige Art, wie man aus diesen Mainframes Informationen bekam, war danach zu fragen. Sie haben nur Informationen Preis gegeben, wenn man sie danach fragte. Wo kein Wissen, keine Antwort war, hat er nach einer Frage auch nichts ausgegeben. Das kennen wir heute noch: wenn der PC nichts findet, sagt er, „nichts gefunden“.
Unterschied zwischen Gehirn und Großrechner
Unser Gehirn arbeitet da ähnlich. Du stellst eine Frage und erhältst sofort eine Antwort. Häufig ist also schon etwas gespeichert. Der große Unterschied zwischen deinem Gehirn und den alten Computern ist: Wenn du dein Gehirn mit der tiefen Erwartung nach einer Antwort fragst obwohl da noch nichts gespeichert ist, dann kommt trotzdem eine Antwort in diese Richtung. Sie kommt eben auch, wenn nach schnellem Dafürhalten keine da gewesen wäre. Gib deinem Gehirn lange genug Zeit nachzudenken, kommt eine Antwort. Keine Fehlermeldung. Das Gehirn findet die Lösung.
Ein typisches Beispiel einer solchen tiefgründigen Frage ist: Warum mache ich das immer so?
Gib deinem Gehirn nun lange genug Zeit, dann kommt auch die Antwort. Ganz sicher. Lass dich dabei nicht einfach mit Schnellschüssen wie: „Weil ich das halt so gelernt habe“ abspeisen. Es geht viel tiefer. Nimm dir Zeit und die wirkliche Antwort kommt.
Anders herum die Frage: Warum bist du in XY (Platzhalter, denk dir was aus) so erfolgreich? Frag dich das jetzt. „Du machst es einfach so, wie du es gelernt hast?“ Nein. Frag weiter. Das geht tiefer. Es steckt viel tiefer in dir drin.
Es kommt zu dir hoch, und es schwingt immer eine Emotion mit. „Weil ich gut bin? Weil ich in diesem und jenem Punkt besser bin. Ja. Das stimmt. Da mache ich es richtig gut.“
Unsere Fragen zeigen, wie wir sind und wie wir uns fühlen. Sie sind der Fokus. Gewohnheitsmässige Gefühle, habitual emotions, nennt man sie. Sie sind stets verbunden mit deinen Mustern und Programmen.
Die Gefühle, die du fühlst kommen daher, worauf du dich konzentrierst. Sie kommen, weil du diese Fragen andauernd stellst. Und das lässt sich durch die Übung hier oben ändern. Ich drücke dir die Daumen.
